
Das blaue Wunder von Ronneburg
Der neue Fachbereich Brückenschwellen der ThyssenKrupp GfT Gleistechnik befasst sich rund um die Thematik der Brückenschwellen, insbesondere der StahlBrückenSchwelle.
Die Projekte werden durch die bekannten Verkaufsbüros der ThyssenKrupp GfT
Gleistechnik weiterhin betreut. Die Ausarbeitung der Angebote für die VB´s und technische Betreuung erfolgt durch den Fachbereich Brückenschwellen mit Sitz in Bochum.
Ein Projekt im Jahr 2007 wurde bei der Wismut GmbH in Ronneburg/Thüringen durchgeführt.
Als Zuführungsgleis auf freier Strecke befindet sich die Brücke in km 38,00. Die Strecke dient als Transportweg für den benötigten Lös und Sand zur Verfüllung der Uranabbaugrube (damaliger offener Tagebau, Förderung bis 250 m Tiefe). Per Bahnwagen werden, als Entlastung für den Straßenverkehr und den umliegenden Ortschaften, ca. 1000 t/täglich über die Schiene bewegt.
Die Eisenbahnüberführung mit 26 Stück Brückenschwellen liegt bei der Ortschaft Linda.
Die Herausforderung bestand darin, kurzfristig eine Alternative zum herkömmlichen Holzbrückenbalken zu liefern. Die Konstruktionshöhe beträgt ca. 510 mm, das Gleis auf der Brücke hat einem Radius von 300 m mit einer Überhöhung von 80 mm, die Schwellensicherung erfolgte über den so genannten Sachsenhaken als vertikale Sicherung. Fang- und Führungseinrichtung als Entgleisungsschutz wurden zusätzlich gefordert.
Nach Rücksprache mit den Verantwortlichen der Wismut GmbH stand fest, dass die StahlBrückenSchwelle SBS der ThyssenKrupp GfT Gleistechnik die ideale Lösung ist.
Ein unabhängiger Tragwerksplaner wurde beauftragt nach neusten DIN Fachberichten eine Statik sowie einen Standsicherheitsnachweis zu erstellen.
Nach Abstimmung und Freigabe durch die Wismut GmbH und einem externen Projektplaner, wurde ein Schutzanstrich "mittelblau" für die SBS gewählt.
Ein Bauunternehmer aus der Region hat über eine öffentliche Ausschreibung den Auftrag für die Oberbauarbeiten, einschließlich Lieferung der Oberbaustoffe durch die Wismut GmbH, erhalten.
Gemeinsam mit dem Verkaufsbüro Mannheim und dem Fachbereich Brückenschwellen wurde der Bauunternehmer TS-Bau, NL Jena und die Wismut bei diesem Projekt betreut.
Planung und Herstellung:
Im Vorfeld der Oberbauarbeiten erfolgten zusätzliche Vermessungsarbeiten für die Fertigung der SBS.
Der Anspruch lag darin, dem Bauunternehmer eine Schwelle zu liefern, die nur noch auf separat zusammengestellten Höhenaufbauten aufzulegen und fein auszurichten ist.
Die SBS wurde nach einem, vom AG übergebenen Bearbeitungsplan in der Bauhöhe, einschließlich Linksbogen 300 m und einer Überhöhung von 80 mm, "auf den Millimeter genau" gefertigt.
Rippenplatten mit dem ThyssenKrupp ECF-System wurden vormontiert.
Die Schwellen mit einer Länge von 2750 mm liegen in Form eines Rechtecks auf den Fahrbahnlängsträgern - das montierte Gleis verläuft im Bogen. Das Aufschweißen von Winkelstützen für die spätere Montage der Führungswinkel FRG erfolgte im Vorfeld.
Vor dem Einbau und vor Ort mussten, aufgrund von Nietköpfe auf dem Obergurt des Fahrbahnlängsträgers, vorhandene Nietenausfräsungen an den Kunststoffgrundplatten erfolgen. Weiterhin wurde ein separat zusammengestellter Höhenaufbau aus einem gekanteten Schwellenschuh aus Blech, sowie Höhenausgleichsplatten aus Lupolen aufgelegt. Danach erfolgte das Auflegen der SBS auf dem Höhenaufbau mittels Zweiwegebagger. Hakenbleche für die vertikale Sicherung wurden angelegt, Befestigungslöcher gebohrt und montiert. Anschließend wurden Führungswinkel aufgesetzt und Befestigungslöcher gebohrt und montiert.
Die Gleissperrung erfolgte in dem Zeitraum von Freitag, 23.11.07 bis Dienstag, 27.11.07. Gearbeitet wurde nur tagsüber.
In diesem Zusammenhang wurden zeitgleich umfangreiche Gleisbauarbeiten einschließlich Stopfarbeiten vor und hinter der Brücke durchgeführt.
Bauablauf:
Donnerstag, 22.11.07 - Vorarbeiten
Anlieferung der Oberbaustoffe wie die SBS, Gleisschwellen, Kleineisen u. Befestigungsmaterialien. Die TS-Bau, NL Jena, bestückte die Baustelle mit Maschinen, Werkzeugen und Oberbaumaterialien. Es wurde ein Leitfaden für den Einbau der SBS einschließlich Erläuterungen übergeben.
Freitag, 23.11.07 - Umbau
Bei bitterer Kälte (+2 C°), begann vor und hinter der Brücke die Durchführung der Oberbauarbeiten, sowie Ausbau des ersten Brückenschwellenjoches mit Befestigung "Sächsischer Haken".
Samstag, 24.11.07 - Umbau
- Säubern der Auflagerflächen der Fahrbahnlängsträger und Entfernung von Oberflächenrost.
- Einmessen der neuen Brückenschwellenteilung, Auflegen der Kunststoffgrundplatten, Markieren der Nietköpfe mittels Farbtupfer und Ausfräsen der Nietbereiche.
- Auflegen der Grundplatte einschließlich der Kontrolle der gesamten Auflagerfläche (satte Auflage).
- Schwellenschuh aus gekantetem Blech Auflegen, dieser dient als Sicherung der Lagestabilität der Grundplatten und Zwischenplatten.
- Auf den Schwellenschuh separat zusammengestellte Höhenausgleichsplatten aus Kunststoff legen.
- Mittels Zweiwegebagger die passend nummerierte SBS auf die Höhenaufbauten aufsetzen.
Noch am selben Tag wurden alle 26 Stück SBS, einschließlich Montage der Fahrschiene, eingebaut.
Sonntag, 25.11.07 - Umbau
Am frühen Morgen fielen die ersten Schneeflocken des Jahres, zum Glück behinderten sie die Arbeit nicht. Nach einer Stunde war wieder alles vorbei, nun war es nur noch kalt und windig.
Die SBS wurde nach festgelegten Achsfestpunkten mit der Fahrschiene ausgerichtet; seitlich anzusetzende Hakenbleche, mit genauer Zuordnung, wurden formschlüssig angehalten; Befestigungslöcher markiert; zwei Löcher mittels Magnetkernbohrmaschine gebohrt. Anschließend wurden die Hakenbleche montiert.
Anfänglich benötigte man drei Minuten für die Bohrungen, dies reduzierte sich schnell auf 40 Sekunden. Die Höhenlage der SBS sowie die Spur 1435 mm und Überhöhung 80 mm passt. Um 17:30 Uhr wurde das letzte Hakenblech fertig montiert. Es mussten nur noch die Schrauben mit dem passenden Anziehdrehmoment verspannt werden. Im Anschluss erfolgte das Aufsetzen der sechs Meter langen Winkel für die Führungseinrichtung FRG.
Montag 26.11.07 - Restarbeiten
Die Standsicherheitsüberprüfung der SBS erfolgte mit der werkseigenen Lok der Wismut GmbH.

Die Führungseinrichtung wurde auf die Rillenweite von 180 mm ausgerichtet. Die Befestigungslöcher gebohrt, anschließend die Schrauben montiert und mit dem passenden Anziehdrehmoment verspannt.
Vor und hinter der Brücke wurde die Fang und Führung mit einer S49 Schiene montiert.
Alles fertig die Züge können wieder rollen. !!!!!







